Ein Haus ist nie nur ein Gebäude. Es ist ein Speicher von Erinnerungen, Routinen, Wünschen, Konflikten und Geschichten. Walking Through a House Where a Family Has Lived vereint erstmals Arbeiten von Mathias Weinfurter (*1989, Deutschland) und Are Blytt (*1981, Norwegen) und untersucht, wie persönliche Erfahrungen in materiellen Formen eingeschrieben werden und wie diese wiederum kollektive Erinnerung prägen. Die Ausstellung entfaltet sich in den Räumen der DOD Gallery – einem von ihren Gründer:innen selbst errichteten Ort, der von seiner eigenen Geschichte des Bauens und Wandels geprägt ist. Anstatt in einem neutralen White Cube präsentiert zu werden, treten die Arbeiten in Dialog mit einer Architektur, die bereits Fragen von räumlicher Entfaltung, Wohnraum und Erinnerung in sich trägt.
Im Zentrum steht Weinfurters Ankerstraße 11–19 (2023/2026), eine Rekonstruktion des Wohnhochhauses, in dem der Künstler aufgewachsen ist. Über eine größere Wandfläche verteilt, lädt die Arbeit dazu ein, die Struktur zu durchschreiten, statt sie nur zu betrachten. Dabei entsteht weniger das Porträt eines bestimmten Gebäudes als eine Reflexion über Architektur als soziales Gefüge, das Alltag, Beziehungen, Privatsphäre und Gemeinschaft formt. Ausgehend von einem biografischen Ort untersucht Weinfurter, wie persönliche Geschichten an Räume gebunden werden und wie Gebäude zu Trägern kollektiver Erfahrungen werden. Fragen von Konstruktion und Transformation setzen sich in Angehörige (2026) fort, einer Installation aus gefundenen und bearbeiteten Materialien aus Industrie und gebauter Umwelt. Der Titel verweist zugleich auf Familie und Zugehörigkeit und lenkt den Blick auf die sozialen und persönlichen Geschichten, die in den Objekten eingeschrieben sind. In PF072305 (2023/2026), einem vom Künstler manipulierten roten Zaun, wird die Fragilität jener Grenzen sichtbar, die Besitz, Schutz, Zugang und Ausschluss organisieren.
Während Mathias Weinfurter die Wirkung gebauter Umgebungen auf soziale Beziehungen untersucht, widmet sich Are Blytt diesen Fragen über das Verhältnis von Sprache, Bild und Malerei. Seine Arbeiten reduzieren Sprache auf Fragmente, Wiederholungen und Verschiebungen. Bedeutung bleibt dabei in Bewegung und entsteht im Spannungsfeld von Oberfläche, Rhythmus und Struktur. In der Serie DIS ORDER (2026) wird ein einzelnes Wort zerlegt, neu angeordnet und wiederholt, sodass Buchstaben zugleich als Zeichen und visuelle Formen erscheinen. In einer neuen Gruppe von Bronzeskulpturen mit dem Titel Torn (2026) werden aus verwundenen Rosenbüschen abgeleitete Formen in dichte lineare Strukturen überführt. Was als organisches Wachstum beginnt, nimmt eine architektonische Qualität an, als wäre eine äußere Landschaft in das innere Gefüge des Hauses eingelagert worden. Die Vervielfachung der Dornen verstärkt diese Verschiebung hin zur Abstraktion. In Bronze gegossen und von Hand weiterbearbeitet, übertragen die Arbeiten Prozesse von Wiederholung und Veränderung in den Raum. Statt als abgeschlossene Objekte zu funktionieren, beeinflussen sie subtil den Rhythmus der Bewegung durch die Ausstellung.
Obwohl Weinfurter und Blytt unterschiedliche künstlerische Sprachen verwenden, verbindet sie das Interesse an den Strukturen, die menschliche Erfahrung prägen. Gemeinsam untersuchen ihre Arbeiten, wie Bedeutung in den Systemen des Alltags gespeichert, verändert und destabilisiert wird. Das Haus erscheint dabei als mehr als eine physische Struktur: Es wird zu einem Rahmen, in dem Erfahrungen gesammelt, geordnet und weitergegeben werden.
27.06. - 01.08.2026
Eröffnung: 26.06.2026, 18 Uhr
DOD Gallery, Lütticher Straße 44, 50674 Köln

Ein Haus ist nie nur ein Gebäude. Es ist ein Speicher von Erinnerungen, Routinen, Wünschen, Konflikten und Geschichten. Walking Through a House Where a Family Has Lived vereint erstmals Arbeiten von Mathias Weinfurter (*1989, Deutschland) und Are Blytt (*1981, Norwegen) und untersucht, wie persönliche Erfahrungen in materiellen Formen eingeschrieben werden und wie diese wiederum kollektive Erinnerung prägen. Die Ausstellung entfaltet sich in den Räumen der DOD Gallery – einem von ihren Gründer:innen selbst errichteten Ort, der von seiner eigenen Geschichte des Bauens und Wandels geprägt ist. Anstatt in einem neutralen White Cube präsentiert zu werden, treten die Arbeiten in Dialog mit einer Architektur, die bereits Fragen von räumlicher Entfaltung, Wohnraum und Erinnerung in sich trägt.
Im Zentrum steht Weinfurters Ankerstraße 11–19 (2023/2026), eine Rekonstruktion des Wohnhochhauses, in dem der Künstler aufgewachsen ist. Über eine größere Wandfläche verteilt, lädt die Arbeit dazu ein, die Struktur zu durchschreiten, statt sie nur zu betrachten. Dabei entsteht weniger das Porträt eines bestimmten Gebäudes als eine Reflexion über Architektur als soziales Gefüge, das Alltag, Beziehungen, Privatsphäre und Gemeinschaft formt. Ausgehend von einem biografischen Ort untersucht Weinfurter, wie persönliche Geschichten an Räume gebunden werden und wie Gebäude zu Trägern kollektiver Erfahrungen werden. Fragen von Konstruktion und Transformation setzen sich in Angehörige (2026) fort, einer Installation aus gefundenen und bearbeiteten Materialien aus Industrie und gebauter Umwelt. Der Titel verweist zugleich auf Familie und Zugehörigkeit und lenkt den Blick auf die sozialen und persönlichen Geschichten, die in den Objekten eingeschrieben sind. In PF072305 (2023/2026), einem vom Künstler manipulierten roten Zaun, wird die Fragilität jener Grenzen sichtbar, die Besitz, Schutz, Zugang und Ausschluss organisieren.
Während Mathias Weinfurter die Wirkung gebauter Umgebungen auf soziale Beziehungen untersucht, widmet sich Are Blytt diesen Fragen über das Verhältnis von Sprache, Bild und Malerei. Seine Arbeiten reduzieren Sprache auf Fragmente, Wiederholungen und Verschiebungen. Bedeutung bleibt dabei in Bewegung und entsteht im Spannungsfeld von Oberfläche, Rhythmus und Struktur. In der Serie DIS ORDER (2026) wird ein einzelnes Wort zerlegt, neu angeordnet und wiederholt, sodass Buchstaben zugleich als Zeichen und visuelle Formen erscheinen. In einer neuen Gruppe von Bronzeskulpturen mit dem Titel Torn (2026) werden aus verwundenen Rosenbüschen abgeleitete Formen in dichte lineare Strukturen überführt. Was als organisches Wachstum beginnt, nimmt eine architektonische Qualität an, als wäre eine äußere Landschaft in das innere Gefüge des Hauses eingelagert worden. Die Vervielfachung der Dornen verstärkt diese Verschiebung hin zur Abstraktion. In Bronze gegossen und von Hand weiterbearbeitet, übertragen die Arbeiten Prozesse von Wiederholung und Veränderung in den Raum. Statt als abgeschlossene Objekte zu funktionieren, beeinflussen sie subtil den Rhythmus der Bewegung durch die Ausstellung.
Obwohl Weinfurter und Blytt unterschiedliche künstlerische Sprachen verwenden, verbindet sie das Interesse an den Strukturen, die menschliche Erfahrung prägen. Gemeinsam untersuchen ihre Arbeiten, wie Bedeutung in den Systemen des Alltags gespeichert, verändert und destabilisiert wird. Das Haus erscheint dabei als mehr als eine physische Struktur: Es wird zu einem Rahmen, in dem Erfahrungen gesammelt, geordnet und weitergegeben werden.
27.06. - 01.08.2026
Eröffnung: 26.06.2026, 18 Uhr
DOD Gallery, Lütticher Straße 44, 50674 Köln
